Entwicklung einer frugalen Lösung zur mobilen Stromversorgung

Mobile Stromversorgung für Homeoffice
© BachmanN

Wir haben früher zu schnell in Funktionen und Designs gedacht, statt uns damit zu beschäftigen, was unseren Kunden einen wirklichen Mehrwert bietet.

Günter Schneider, Head of Innovation Markets bei der BACHMANN GmbH

Mobile Stromversorgung für Homeoffice und Co.

Vor dem Hintergrund der Covid-19 Pandemie hat die Bedeutung von Homeoffice stark zugenommen. Nur wenige Mitarbeitende konnten dabei auf einen festen Arbeitsplatz zuhause zurückgreifen. Viele haben sich irgendwo eine ruhige Ecke eingerichtet oder sich mit wechselnden Arbeitsorten arrangiert. Aber auch im Büro ist der Arbeitsplatz flexibler geworden. Offene Arbeitsumgebungen laden in vielen Unternehmen inzwischen dazu ein, jeden Tag neu festzulegen, wo und wie man arbeiten möchte.

BACHMANN ist ein mittelständisches Unternehmen aus Baden-Württemberg und ein Hidden Champion aus dem Elektronik-Bereich, der immer wieder durch Innovationen punktet. Ziel des Exploring Projects mit dem Fraunhofer IAO war die Entwicklung einer Lösung zur mobilen Stromversorgung, die dafür sorgt, dass das Arbeiten in der neuen flexiblen Welt auch durch die nötige Infrastruktur unterstützt wird. Ein erstes Konzept, und auch einen ersten funktionsfähigen Prototypen, hatte das Unternehmen bereits entwickelt. Allerdings stand es noch vor verschiedenen Fragestellungen. Zentral war hier insbesondere der Wunsch nach einer frugalen, im Sinne von hochwertigen und zugleich einfachen und günstigen Lösung.

Aus Sicht von BACHMANN waren viele Funktionen und eine ganze Reihe von Einsatzgebieten möglich. Auch Designaspekte wie die Farbauswahl trugen zur Komplexität bei. Der Wunsch von BACHMANN war es daher, Klarheit über die zentralen Kernelemente zu erlangen, unter Berücksichtigung des Wettbewerbs und potenzieller Kunden. Neben dem methodischen Know-how des Fraunhofer IAO war hierfür auch die Möglichkeit des Instituts entscheidend, objektives Feedback von Kunden einzuholen.

Das Projekt hat uns gezeigt, dass wir zunächst in den Austausch mit Kunden kommen müssen. Inzwischen haben wir einen interdisziplinären Innovation Workspace aufgebaut und einen Solution Designer eingestellt. Beides hilft uns, Ideen mit Kunden weiterzuentwickeln, durch einfache erste Prototypen, bevor wir die finale Produktgestaltung angehen.

Günter Schneider, Head of Innovation Markets bei der BACHMANN GmbH

Projektablauf

Zunächst erfasste das Projekt-Team (BACHMANN, Fraunhofer IAO) das vorhandene Konzept der Lösung und analysierte die aktuelle Marktsituation (Zielmärkte, Wettbewerb, Trends). Im Anschluss führte das Fraunhofer IAO offene Gespräche mit Anspruchsgruppen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Händler*innen, Kund*innen (z.B. Hotels, Unternehmen) und Nutzer*innen (Hotelgäste, Angestellte, Reisende). Auf Basis der Erkenntnisse entwickelte das Team das Konzept der Lösung weiter, definierte mögliche Alternativen und legte kritische Entscheidungspunkte fest. Dies war die Basis für die Entwicklung verschiedener Prototypen, die grafisch aufbereitet und mit einer Auswahl potenzieller Händler*innen und Kund*innen durch das Fraunhofer IAO validiert wurden. Hierdurch konnte eine schlüssige frugale Lösung festgelegt werden sowie mögliche ergänzende Produkte. Die Projektarbeit fand fast ausschließlich virtuell statt, unterstützt durch verschiedene IT-Tools. Das Projektteam traf sich einige Male auch vor Ort bei BACHMANN.

Inzwischen ist die MOV:E Power Unit, so der Name der Lösung, auf dem Markt erhältlich (siehe Abbildung oben, weitere Informationen unter www.bachmann.com). Bezeichnend ist insbesondere der minimalistische Charme des Produkts, das durch einfache Bedienung punktet und zugleich durch Qualität überzeugt. Das Gerät setzt auf hochwertiges Material und einen verschließbaren TWIST-Anschluss, der eine Verschmutzung der Anschlüsse durch Staub verhindert. Highlights wie der schnelle Aufladevorgang von maximal 3 Stunden und eine 230 Volt Steckdose, die unterschiedlichste Geräte mit Strom versorgen kann, machen die MOV:E zum zuverlässigen Begleiter mobilen Arbeitens. Auf Wunsch erhalten Kund*innen eine Dockingstation für kabelloses Laden und einen Adapter zum Anbringen eines Sicherheitsschlosses.

Projektnutzen

  • Vertieftes Verständnis der Produktidee sowie der Marktsituation
  • Objektiver Einblick in die Lebens-/Arbeitswelt und die Anforderungen relevanter Anspruchsgruppen
  • Festlegung relevanter Funktionen und Eingrenzung möglicher Prototypen
  • Bestimmung eines schlüssigen frugalen Gesamtkonzepts sowie weiterer attraktiver Optionen

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