Resilienz und effiziente Nachhaltigkeit

Ein zentraler Aspekt von nachhaltigem Unternehmenshandeln: Die Erstellung und Optimierung von Energiebilanzen.
© Fraunhofer IPA; Foto: Heike Quosdorf

Die Herausforderungen durch den fortschreitenden Klimawandel machen es für Unternehmen notwendig, ihre Produktion und das gesamte wirtschaftliche Handeln unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit zu verbessern und zu überdenken. Zudem rückt Resilienz zunehmend ins Zentrum der Betrachtung, nicht nur mit Blick auf die Folgen klimatischer Veränderungen, sondern auch auf Krisen allgemein.

Mit Resilienz Krisen meistern und nutzen

Der Begriff »Resilienz« stammt ursprünglich aus der Psychologie und bezeichnet in diesem Zusammenhang die psychische Widerstandsfähigkeit einer Person, also vor allem deren Fähigkeit, mit schwierigen Lebenssituationen und Krisen umzugehen. Resilient können jedoch auch Systeme und Organisationen sein – ein Aspekt, der in der letzten Zeit stark an Bedeutung gewonnen hat. Resilienz bedeutet auch, auf veränderte Umweltbedingungen durch ständige Anpassung zu reagieren und diese so zu bewältigen. Gerade in Krisenzeiten leistet Resilienz einen wichtigen Beitrag im Umgang mit Veränderungen. Nicht zuletzt die Auswirkungen des Corona-Virus haben Unternehmen gezeigt, dass sie anpassungsfähiger und flexibler werden müssen, um mit Krisen am Puls der Zeit mithalten zu können.

Um Resilienz aufzubauen und zu nutzen, können Unternehmen sowohl vor als auch während und nach einer Krise Maßnahmen ergreifen. Insbesondere bei der Vorbereitung auf Krisen müssen sie dabei häufig eine Abwägung zwischen Absicherung und Effizienz treffen, da Resilienz zunächst einmal zusätzliche Kosten und Ressourcen beansprucht. Beispiele hierfür wären, Schutzausrüstung bereitzuhalten oder die Mitarbeiter mit der technischen Infrastruktur für eine eventuell notwendige Zeit im Home-Office auszustatten. Unternehmen müssen also eine Abwägung treffen, wie viel Absicherung sinnvoll und notwendig ist. Zentral in der Vorbereitung auf Krisen ist auch, klar definierte und zugleich flexible Prozesse zu definieren, um im Ernstfall eine schnelle und koordinierte Reaktion zu ermöglichen. Im Anschluss an eine Krisensituation sollten Learnings festgehalten werden, um im Sinne eines »failing forward« aus Fehlern zu lernen und die Resilienz kontinuierlich zu verbessern.

In den von den S-TEC Zentren bearbeiteten Themen finden sich zahlreiche Ansatzpunkte, wie die Resilienz eines Unternehmens gestärkt werden kann. So sieht das Konzept der Biointelligenz beispielsweise vor, die Produktion so weit wie möglich auf lokal verfügbare Ressourcen zu stützen. Die Corona-Krise hat gezeigt, wie schnell es zu Problemen kommen kann, wenn globale Lieferketten unterbrochen werden. Mittelfristig gilt es, Lieferkettenstrukturen zu überdenken, nicht nur um die Widerstandfähigkeit in Krisenzeiten zu stärken, sondern auch mit Blick auf die beispielsweise durch Transport von Gütern verursachten Umweltfolgen. Der Ansatz der Biointelligenz ist für die Steigerung von Resilienz auch deswegen relevant, weil Unternehmen sich die Erforschung und Adaption von biologischen Prinzipien der Selbstheilung zunutze machen können.

Nachhaltigkeit – zentrale Herausforderung für Unternehmen und Produktion

Für Unternehmen ist es notwendig, sich aufgrund der bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels resilienter aufzustellen. Gleichzeitig müssen sie aber auch bestehende Prozesse, Verfahren und Produktionsmethoden überdenken, um etwa durch die Reduzierung von CO2-Emissionen und Minimierung des Ressourceneinsatzes negative Umweltauswirkungen der Produktion zu minimieren.

Impulse dafür, wie Produktionsprozesse und -verfahren nachhaltiger gestaltet werden können, bietet beispielsweise der Ansatz der Biointelligenz. Die Idee, biologische Materialien und Strukturen in industrielle Prozesse zu integrieren, stellt einen vielversprechenden Ansatz dar, um die negativen Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt, beispielsweise durch Abfallströme oder Ressourcenverbrauch, zu reduzieren. Zum Zielbild der Biointelligenz gehört unter anderem, die Produktion hauptsächlich unter Einsatz von lokal verfügbaren Ressourcen umzusetzen und umweltschädliche Abfälle vollständig zu vermeiden.

Verschwendungsfrei zu produzieren ist auch ein Aspekt von Ultraeffizienz. Ziel dieses Ansatzes ist es, die Produktion verlustfrei zu gestalten und deren negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Im Fokus einer ganzheitlichen Betrachtung stehen also nicht mehr nur Fertigungssprozesse und -verfahren, sondern auch das Umfeld der Produktion. Das bedeutet zum Beispiel, eine vollständige Kreislaufwirtschaft anzustreben, Emissionen zu vermeiden und möglichst ausschließlich erneuerbare Energien zu verwenden.

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