Potentialanalyse zur Produktentwicklung für Flachdacharbeiten

Laufende Flachdacharbeiten an Bestandsgebäude
Quelle: Lukas Werdin, Fraunhofer IPA

Ziel des Projekts ist eine Potentialanalyse zur Produktentwicklung im Bereich Flachdacharbeiten. Durch die systematische Untersuchung bestehender Arbeitsabläufe, Werkzeugeinsätze und den direkten Austausch auf einer Baustelle vor Ort, sollen Optimierungspotentiale hinsichtlich Effizienz, Qualität und Ergonomie identifiziert werden. Darauf aufbauend werden Ansätze für spezialisierte Werkzeuge und Verfahren abgeleitet, die zur Prozessoptimierung und langfristigen Automatisierung in der Flachdachinstallation beitragen.

Problem- und Zielbeschreibung

Der Wandel in der Bauindustrie hin zu modularen Bauweisen, neuen Werkstoffen und digitalisierten Prozessen stellt das Handwerk vor neue Herausforderungen. Besonders im wachsenden Segment Flachdach – ca. 20 % aller Dächer im Hochbau, 80–90 % im Industrie- und Gewerbebau – werden viele Arbeitsschritte wie Trennen, Anpassen, Befestigen, Transport und Verschweißen manuell und mit unspezifischen Werkzeugen durchgeführt. Dies führt zu Qualitätsabweichungen, Ineffizienz, erhöhten ergonomischen Belastungen sowie Sicherheitsrisiken. Gleichzeitig ist die Automatisierung in der Baubranche im Vergleich zu anderen Industrien signifikant geringer.

Ziel des Quick Checks war die systematische Ermittlung von Bedarf und Potenzialen zur Produktentwicklung im Bereich Werkzeuge und Hilfsmittel für Flachdacharbeiten. Durch Umfragen, Interviews und einen Baustellen-Vor-Ort-Termin wurden Problemstellungen erfasst, Lösungsansätze identifiziert und im Nachgang mittels Nutzwertanalyse bewertet. Daraus wurden strategische Fokusfelder abgeleitet und eine Roadmap für ein weiterführendes Exploring-Projekt erstellt, um innovative Lösungen für Sicherheit, Ergonomie und Produktivität zu entwickeln.

Detaillierter Projektablauf

Das Projekt kam durch einen Austausch der MAFELL AG und der Fraunhofer IPA Abteilung Fertigungs- und Prozesstechnik zustande. Im Rahmen des vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg geförderten Programms wurde ein Quick Check am Fraunhofer IPA durchgeführt.

Das Vorgehen gliederte sich in mehrere Schritte: Zunächst wurden durch Umfragen und Interviews mit Fachkräften aus dem Dachdeckerhandwerk sowie durch einen Vor-Ort-Termin auf einer aktiven Baustelle praxisnahe Problemstellungen bei Flachdacharbeiten erfasst. Neun identifizierte Problemfelder (u. a. Rückbau, Zuschnitt, Befestigung, Materialtransport, Absturzsicherung) wurden systematisch geclustert und mit zugehörigen Lösungsansätzen dokumentiert. Anschließend erfolgte eine Nutzwertanalyse mit gewichteten Kriterien (Sicherheit, Produktivität, Marktbedarf, technische Machbarkeit, Differenzierung, Investitionshürde). Daraus wurden zwei strategische Fokusfelder abgeleitet: Integriertes Safety- & Materialtransportsystem und Automatisiertes Abschrauben. Abschließend wurde eine Roadmap für ein weiterführendes Exploring-Projekt in vier Phasen (6 Monate) erarbeitet.

Projektnutzen

  • Systematische Identifikation von drei strategischen Fokusfeldern (Intelligente Absturzsicherung, Ergonomischer Materialtransport, Automatisiertes Abschrauben) als Basis für neue Produktentwicklungen.
  • Praxisvalidierte Bedarfserhebung direkt aus dem Dachdeckerhandwerk (Umfrage, Interviews, Baustellenanalyse).
  • Erschließung neuer Produktkategorien (z. B. Smart Safety Systems) mit hohem Differenzierungspotenzial in einem wachsenden Marktsegment.
  • Konkrete Roadmap für ein Exploring-Projekt (6 Monate, 4 Phasen), die eine unmittelbare Weiterführung ermöglicht.
  • Grundstein für einen Beitrag zu Arbeitssicherheit, Ergonomie und Produktivität auf der Baustelle.

Finanziert durch

An S-TEC Beteiligte

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