Vertiefende Datenbewertung und Automatisierung für die LCA von Batterieprodukten

Im S‑TEC Exploring Project mit der ANSMANN AG und der Instagrid GmbH wurden Methoden und Werkzeuge entwickelt, um die LCA von Batterieprodukten an die Anforderungen der EU‑Batterieverordnung (CFB‑IND) anzupassen. Im Fokus standen die systematische Datenzuordnung, die Implementierung der Circular Footprint Formula (CFF) sowie Data Quality Rating (DQR) zur Vorbereitung regulierungskonformer CO2‑Fußabdruck Berechnung.

Problem- und Zielbeschreibung

Die EU‑Batterieverordnung verlangt für wiederaufladbare Industriebatterien (>2kWh) nachweisbar regelkonforme CO2‑Fußabdruck Berechnungen. Die beiden Unternehmen verfügten zwar über erste Klima- bzw. LCA‑Aktivitäten, jedoch waren vorhandene PCF‑Modelle, Datensätze und Modellierungsansätze noch nicht vollständig CFB‑konform, insbesondere im Hinblick auf Pflichtprozesse, EoL‑Modellierung und Datenqualitätsbewertung. Die Vollständigkeit und Struktur der unternehmensspezifischen und Lieferantendaten sowie die Auswahl und Anwendung von Sekundärdaten mussten systematisch gegen die CFB‑Datenanforderungen geprüft und harmonisiert werden. Zudem sollte die CFF für relevante Komponenten direkt in die LCA‑Modellierung integriert und ein DQR Workflow erstellt werden. Das Projekt adressiert diese Lücken durch eine vertiefte Datenbewertung und Automatisierung der LCA‑Prozesse für Batterieprodukte und schafft damit die Grundlage für belastbare, regulierungskonforme Modellierungen.

Detaillierter Projektablauf

Zu Projektbeginn wurden die CFB‑IND Vorgaben zu Datenanforderungen und Modellierungsanforderungen systematisch ausgewertet. Parallel dazu erfolgte ein strukturierter Datenaustausch. Die unternehmensspezifische Daten, Lieferantendaten sowie Informationen zu bestehenden LCA‑Aktivitäten wurden erhoben und hinsichtlich Vollständigkeit und Datenqualität geprüft. Darauf aufbauend wurden Datenlücken identifiziert und zwei Excel‑Werkzeuge entwickelt: ein CFF‑Tool, das Stücklisten in CFF‑konforme Eingangsgrößen übersetzt und die Formel inklusive Standardparametern abbildet, sowie ein DQR‑Tool, das zeitliche- und geographische Repräsentativitätsbewertungen automatisiert mit den jeweiligen Emissionsfaktoren verknüpft. Beide Tools wurden anhand ausgewählter Batterieprodukte pilotiert. Abschließend wurden die Ergebnisse konsolidiert und in konkrete Handlungsempfehlungen und Roadmaps für die weitere Implementierung überführt.

Projektnutzen

  • Systematische Ableitung und Dokumentation der CFB‑konformen Datenanforderungen für Batterieprodukte.
  • Klare Übersetzung der CFB-Anforderungen in praxisnahe Leitlinien für Batterie‑LCAs.
  • Entwicklung und Pilotierung der Excel‑Tools zur Anwendung der Circular Footprint Formula und Bewertung des Datenqualitäts.

Projektnutzen in einem Satz

Das Projekt schafft eine belastbare methodische und digitale Grundlage, um CO2-Fußabdrücke von Batterieprodukten CFB-konform zu berechnen, Datenqualität transparent zu bewerten und Unternehmen effizient auf die Anforderungen der EU‑Batterieverordnung vorzubereiten.

Zitat

Das Fraunhofer IBP hat uns dabei unterstützt, eine passgenaue LCA-Methodik für unsere Batterieprodukte im Kontext der EU-Batterieverordnung zu etablieren. Durch die systematische Analyse unserer Datenlandschaft und Prozesse verfügen wir nun über eine klare Roadmap für die regelkonforme Umsetzung.

Marvin Butz von ANSMANN AG

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