Potenzial-Analyse zur Erstellung einer neuen Produktionshalle für Holzrahmenbauelemente 

Wertstrom SCHMID – Holzbau; Bildquelle: Fraunhofer IAO

Ziel des Projekts war die Entwicklung und Priorisierung eines Konzepts für die zukünftige serielle Fertigung von Holzrahmenbauelementen bei SCHMID. Mittels Wertstromanalyse wurden bestehende Prozesse untersucht und Anforderungen an eine flexible, zukunftsfähige Produktion abgeleitet. Darauf aufbauend wurden verschiedene Montagesystem-Varianten erarbeitet und systematisch bewertet. Die Ergebnisse bieten SCHMID eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die weitere Planung der neuen Fertigungshalle.

Problem- und Zielbeschreibung

SCHMID ist ein familiengeführtes, mittelständisches Bauunternehmen, das in der Kombination aus Holz-Hybridbauweise und seriellem Bauen ein zukunftsweisendes Wachstumsfeld für nachhaltiges Bauen sieht. Die Herausforderung bestand in der Entwicklung und Priorisierung einer Gesamtstruktur für die serielle Fertigung von Holzrahmenbauelementen. Die historisch gewachsene Fertigung nach Standplatzprinzip für niedrige Stückzahlen ist im Rahmen der Fabrik-Neuplanung mit den zukünftigen Anforderungen an Flexibilität und Ausbringungsmenge zu überprüfen. SCHMID strebt eine höhere Auslastung an, um mehrere Holzbau-Projekte parallel realisieren zu können. Ziel ist eine strukturierte Untersuchung der Prozesse und die Ableitung von konkreten Anforderungen an die neue Halle, insbesondere hinsichlich eines optimierten Materialflusses und Layouts.

Detaillierter Projektablauf

  1. Analyse IST-Wertstrom und Produktionsstruktur
    • Gemeinsames Onboarding mit Projekt-Team, Abstimmung Agenda/ Ablauf für den Workshop
    • Datenanalyse mittels Fragebogen für die industrielle Montageplanung
    • Analyse IST-Wertstrom und Produktionsstruktur in der Fertigung für Holzrahmenbauelemente
    • Aufstellung möglicher Fertigungsprinzipien bzw. -struktur für die neue Produktionsumgebung (mehrere Varianten von Fließmontagen vs. Aktueller bzw. optimierter Baustellen-Montage)
  2. Ableiten von Layout-Varianten und weiterer Potenziale
    • Ableitung und Bewertung fünf verschiedener Varianten von Fertigungsstrukturen mit Layouts für die Fertigung von Holzrahmenbauelementen
    • Gezielte Verfeinerung der Ergebnisse durch präzisere Daten (z. B. Verwendung gemessener Zeiten für die jeweiligen Prozessschritte)
    • Auswahl einer zu den Produkten (Varianten und deren Montageinhalte) passenden einheitlichen Fertigungsstruktur
    • Ableiten von weiteren Potenzialen (Steigerung der Produktivität nach LEAN-Prinzipien und Vorgehensweise zur Feinplanung von Wertstrom und Layout)

Projektnutzen

  • Identfikation von Verbesserungspotenzialen in der Fertigung von Holzrahmenbauelementen mittels Wertstromanalyse
  • Vergleich verschiedener Montagesystem-Varianten und Festlegung auf die für SCHMID geeignetste Variante
  • Hinweise zum Einsatz von industriellen Lean-Methoden in der Baubranche
  • Basis für die Entwicklung und Priorisierung einer Gesamtstruktur für die zukünftige serielle Fertigung von Holzrahmenbauelementen
  • Absicherung bzw. Vorbereitung zukünftiger Planungs- und Investitionsentscheidungen für den Bau der neuen Halle

Zitat

Der Quick-Check mit dem Fraunhofer IAO war für uns als Unternehmen ein echter Mehrwert. Erstmals haben wir unsere gewachsenen Montagestrukturen systematisch analysiert und auf Basis belastbarer Daten bewertet – nicht aus dem Bauchgefühl heraus, sondern methodisch fundiert.

Das zentrale Ergebnis bestätigt unseren eingeschlagenen Weg: Die Standplatzmontage ist für unsere Variantenvielfalt und unsere aktuellen Stückzahlen das richtige Prinzip. Zu wissen, dass wir bewusst anders arbeiten als der Wettbewerb – und warum das richtig ist – gibt uns Sicherheit für die weitere Planung des neuen Standorts.

Christian Schmid (geschäftsführender Gesellschafter, SCHMID)

Finanziert durch

An S-TEC Beteiligte

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